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Glocke 22.03.2016

Von der Liebe zur Currywurst und zur Kunst

Gemeinsam mit dem FineArts-Gitarrenduo unterhielt Jochen Walter das Publikum in einer gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre bestens.

Gleich zu Anfang bewies der ehemalige Bürgermeister von Warendorf, dass seine Frau Brigitte „Beobachtungsschärfe, Sprachwitz, Satire und Pointe“ in literarischen Werken zu verpacken wusste.

„Wir haben heute total bescheuerte Hausaufgaben gekriegt. Wir sollen uns tatsächlich mit Kunst...“, beschwert sich so beispielsweise der zwölfjährige Sohn in einer ihrer Geschichten, als er nach Hause kommt und wird von seiner Mutter sogleich unterbrochen: „Kunst bringt uns dem Göttlichen näher!“ schwärmt sie ihm vor und hält eine Lobrede auf Maler, Dichter, Schriftsteller, Musiker, Architekten und Schauspieler. Am Ende stellt sich heraus: Gegen Kunst hatte der Junge gar nichts einzuwenden: Seiner Lehrerin ging es darum, dass die Schüler sich über Kunstdünger informieren sollten.

Ein Stück Kunst war das, was am Sonntagnachmittag im Haus Heuer präsentiert wurde, auch wenn Walter selbst das Gelesene lieber als „Alltagsgeschichten“ bezeichnet. Brigitte Walter hatte 2007 in der Schreibwerkstatt „Seitenweise“ der Volkshochschule Warendorf begonnen, sich mit Worten kreativ auszudrücken. Sie war „die Einzige, die sich konsequent geweigert hat, mit dem Computer zu schreiben“, erinnerte sich Jochen Walter an die Schaffensprozesse seiner Frau. So blieb nach ihrem Tod eine rote Kladde mit handgeschriebenen Manuskripten, über die die beiden oftmals geredet und diskutiert hatten. Mit Unterstützung von Peter Salmann, Inhaber des Schnellverlags, konnten die Werke gebündelt und nun doch abgetippt veröffentlicht werden.

Dabei sind die Geschichten oftmals aus Aufgaben der Schreibwerkstatt entstanden, die „gar nicht so einfach“ waren, aber nicht einschränkten, sondern die Grenzen ausweiteten. Manchmal war ein Anfangssatz vorgegeben, manchmal das Ende. Es gab Themenvorschläge, Mottos oder ein Teilnehmer begann die Geschichte und ein anderer schloss sie ab.

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Begleitet wurde Jochen Walter von Tobias Metzmacher und Thomas Schettky, die mit Gitarrenstücken vom Barock bis zur Moderne aufspielten und begeisterten. Bilder: Hartmann

Musiker schaffen den passenden Rahmen

Abwechslung in die zwei Stunden brachten zudem die Gitarristen Tobias Metzmacher und Thomas Schettky mit einer großer Bandbreite an Stücken. Mal heiter, mal melancholisch beeindruckten die beiden studierten Gitarrenlehrer die Zuhörer mit ihren Instrumenten.

Sie spielten Werke aus dem Barock und von Antonio Vivaldi, aber auch Modernes und eine Komposition, die „ursprünglich aus der Feder von Lennon und McCartney“ entstammte und konnten damit viel Applaus einheimsen.

Zum Abschluss bekamen alle drei Vortragenden ein Präsent von den Veranstaltern als Dankeschön. Augenzwinkernd kommentierte Jochen Walter den überreichten Wein in Anlehnung an den Schlusssatz einer zuvor gelesenen Geschichte über den Alkoholkonsum einer Lokalredaktion einer Zeitung: „Nicht dass ich nachher noch die Ampel blau sehe.“

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