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Volkstrauertag 14.11.2021

Rede anlässlig des Volktrauertags von Marcel Jokoszies, Vorsitzender von DorfGut Beelen e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Volkstrauertag ist ein Tag des stillen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt und zugleich ein Tag der Besinnung, wie wir heute auf Krieg, Gewalt und Terror reagieren, was wir heute für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit bei uns und in der Welt tun können. Im vergangenen Jahrhundert haben viele Diktatoren durch Gewaltmaßnahmen ihr eigenes Volk unterdrückt und fremde Völker unterworfen. Millionen Menschen kamen als Soldaten, in Konzentrationslagern oder auf der Flucht um. Millionen Zivilisten ließen ihr Leben im Bombenhagel, viele starben als Zwangsarbeiter. Gerade unser Kontinent ist ein unrühmliches Beispiel dafür. So gibt es in Europa vielleicht nur wenige Familien, die keine Opfer von Kriegen und Gewalt zu beklagen hatten und haben. Auch heute noch leiden die Nationen unseres Kontinents an den Spätfolgen dieser Hinterlassenschaft. Eine eindeutige Sprache sind die Kriegsgräberstätten. Sie machen die Besucher sprachlos und fassungslos und regen zum Nachdenken an. Das Gedenken an die Toten ist für uns auch Mahnung, aus der Vergangenheit Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen und danach zu handeln. Wann immer und wo immer wir heute helfen können, Blutvergießen zu beenden und Not zu lindern, wenn wir einen Beitrag leisten können, Versöhnungsprozesse voranzutreiben, wenn wir helfen können, Menschen vor Gewalt und Terror zu schützen, dann müssen wir es tun. Wir dürfen nicht wegschauen, als ginge uns das nichts an. Das ist zuallererst ein Gebot der Menschlichkeit. Es ist aber auch ein Gebot vorausschauender Vernunft. Denn diese Thematik ist eng verbunden mit gegenwärtigen und zukunftsweisenden Themen wie „Vorurteile“, „Verständigung“, „Versöhnung“, „Toleranz“, „Menschenwürde“ und „Frieden“, um daraus für die Gegenwart und die Zukunft zu lernen. Der Volkstrauertag ist notwendig, gibt er doch den Menschen die Möglichkeit, inne zu halten, sich wieder einmal die Folgen von Krieg und Gewalt zu vergegenwärtigen, die eigene Haltung an jeden Einzelnen zu appellieren, andere Wege einer Konfliktlösung zu finden. Der Volkstrauertag unserer Zeit ist kein Heldengedenktag, denn nicht Kriegshelden stehen im Mittelpunkt, sondern die Kriegsopfer, die Opfer von Gewalt und Terror – und das sind neben den Soldaten, auch Männer, Frauen und Kinder, Zwangsarbeiter, Verfolgte und Vertriebene. Für manche ist es erstaunlich zu erfahren, dass die meisten Opfer der letzten Weltkriege Zivilopfer sind. Deshalb gelten die Erinnerung, das Gedenken und die Trauer an diesem Tag allen Opfern von Krieg und Gewalt. Das vergangene Jahrhundert war, wie die Jahrhunderte davor, geprägt von grausamen Kriegen in der ganzen Welt. Und Kriege werden wahrscheinlich leider auch unser jetziges Jahrhundert bestimmen. Die Gegenwart, auch auf dem europäischen Kontinent, ist ein trauriges Beispiel dafür. Krieg, Gewalt, Terror, Verletzung der Menschenrechte, Vorurteile, Intoleranz und Rechthaberei sind heute leider immer noch aktuell. Sehen wir den Volkstrauertag als ein wichtiges Erbe an. Benutzen wir ihn zum Nachdenken über Krieg und Gewalt, über uns und unsere Mitmenschen in Europa und der Welt und freuen uns darüber, dass wir in einem Land ohne Krieg leben.

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