Renovierung des denkmalgeschützten Hauses Heuer
Das Haus Heuer soll als denkmalgeschütztes Haus renoviert und der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt werden.
Das
alte Fachwerkhaus ist ein sogenanntes Armeleutehaus, das letzte in
Beelen und soll als solches erhalten bleiben. Es ist ein bau- und
kulturhistorisches Denkmal von überregionaler Bedeutung.
Das
Gebäude wurde mehrfach durch An- oder Umbauten verändert. Anhand dieser
vorgenommenen baulichen Änderungen ist dokumentiert, wie die jeweiligen
Eigentümer die Wohn- und Arbeitsstätte ihren eigenen Ansprüchen
angepasst haben.
Der größte Eingriff in das innere Raumgefüge
geschah in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei bekam der mittlere
Hausteil eine völlig neue Aufteilung.
Dieser Eingriff in die
Bausubstanz zeigt und dokumentiert die Lebenswelt der Familie nach dem
Krieg und in den fünfziger Jahren. Die Zeit ist geprägt vom
Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg und dem Beginn des
Wirtschaftswunders der Bundesrepublik in den 60er Jahren.
Es
gibt noch zahlreiche Zeitzeugen, die aus dieser Zeit aus eigener
Anschauung berichten können. Die Möblierung und Ausstattung des Hauses
soll sich daher an diese Zeit orientieren, und die weitere Entwicklung
der gesellschaftlichen Verhältnisse dokumentieren.
Haus Heuer
Ein Wallnussbaum gab seinen Schatten
den Giebelfenstern lange Zeit,
als Menschen hier noch Heimat hatten.
Das alles ist Vergangenheit.
Des Hauses Fenster blicken leer
und manches ist geschlossen.
Des Alters Bürde lastet schwer
und doch steht's unverdrossen.
Menschen und Tieren gab es Raum
und war erfüllt mit Leben.
So manchem frühen Kindertraum
hat es Gestalt gegeben.
Gab Lachen, Weinen, Lied und Gebet
Liebe, Hochzeit, Geburt und Tod,
und harte Arbeit, von früh bis spät.
Zeiten voll Freude und Zeiten der Not.
Irgendwann waren die Räume leer
und schwere Stille lag überall.
Ein einsames Pferd stand müde und schwer
und schaute fragend aus dem Stall.
Das Deelentor, einst einladend offen,
schloss die Flügel und hielt seine Wacht.
Es blieb nicht einmal ein leises Hoffen,
das etwas Zuversicht hätte gebracht.
Im Dunst von Autolärm und Bahn
hat sich der Fachwerkbau gehalten,
obwohl der langen Zeiten Zahn
begann, ihn stetig zu gestalten.
Die Runzeln an den Giebelseiten,
die Schwielen an den Wänden -
man sieht die Spuren schwerer Zeiten,
wie an zwei Arbeitshänden.
Und doch: Er blieb nicht unbemerkt,
der tiefe Schlaf des Hauses Heuer.
Was klein begann, das wuchs verstärkt,
denn das, was lange lieb und teuer,
ist plötzlich Mittelpunkt jetzt wieder
und es erwacht zu neuem Leben.
Vielleicht singt man bald neue Lieder.
Möge Gott, der Herr, es geben.
Dieter Lohmann
